Segeltörn Punat – Kornaten

Reisebericht

16.6.1017, 0:15 Uhr: Voller Vorfreude kommen wir in Punat, auf der Insel Krk an. Unser kleines Segelboot, eine Rethana 27, steht ganz still und gemütlich am Steg unserer Marina, umgeben von gigantischen Motoryachten. Lediglich neben unserem Boot gesellt sich seit Anfang der Saison eine kleine Bavaria 26 mit wirklich netten Stegnachbarn aus Bayern.

Nachdem wir in unserem gemütlichen Vorschiff unsere erste Nacht an Board verbracht haben, verließen wir dann schließlich mittags vollgepackt mit Proviant die Marina und machten uns auf den Weg Richtung Rab. Mit einem Am Wind Kurs und angenehmen 5-6 Knoten Wind starteten wir gemütlich unser 2,5 wöchentliches Abenteuer. Abends in Rab angekommen gönnten wir uns unseren ersten Sundowner.

Schön langsam kommen wir in Urlaubsstimmung und der Alltagsstress ist auch schnell vergessen.

Am nächsten Morgen verließen wir die Marina in Rab und machten uns auf den Weg weiter Richtung Süden. Eigentlich wollten wir unseren Kurs Richtung Premuda setzen, nachdem wir jedoch eine Sturmwarnung mit 25 bis 40 Knoten über den Funk erhielten, beschlossen wir, entlang der Küste von Pag weiterzusegeln.

Nachdem sich einige Cumulonimbus auftürmten, beschlossen wir gegen 17:00 Uhr in  Novalia zu ankern. Novalia ist ein recht belebter Ort, wo die jüngere Generation gerne Party feiert. Aber wir zogen eine etwas lautere Nacht einem unsicheren Platz eher vor. Glücklicherweise kam es dann doch nicht so wie vorhergesagt, sodass wir den Abend bei einem wunderschönen Sonnenuntergang ausklingen ließen.

Am nächsten Tag fuhren wir dann bei Olib vorbei Richtung Molat und hingen an der Boje in der Bucht Zapuntel. Die vorhergesagten 25-40 Knoten kamen dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag, wobei wir in unserer Bucht guten Schutz fanden. Die Nacht war zwar etwas schaukelig, aber in Ordnung.

Nach der etwas unruhigeren Nacht beschlossen wir dann am Sonntag gegen Mittag uns weiter auf den Weg nach Süden zu begeben. Wir fuhren an der Außenseite von Molat Richtung Dugi Otok und fanden in dem kleinen Ort Bozava einen ruhigen Platz für die Nacht. Die kleine Ortschaft hat einen sehr netten Hafenwart und wir fühlten uns gleich willkommen. Nach einem ausgiebigen Abendessen fielen wir dann in einen angenehmen und vor allem ruhigen Schlaf.

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit einem angenehmen Vorwindkurs an der Innenseite entlang von Dugi Otok durch die Mala Proversa in den Naturpark Telascica.

Während unserer Fahrt erreichte uns ein Pan Pan Dringlichkeitsruf aus dem Funkgerät. Leider bekamen wir die Nachricht, dass bei einem Kreuzfahrtschiff auf dem Weg von Venedig nach Kroatien ein Passagier (Crewmitglied) über Bord ging und dieser dringend gesucht wird. Die Nachricht verursachte uns etwas Unbehagen. Helfen konnten wir leider nicht, aber die Nachricht machte uns wieder bewusst, wie wichtig es ist, die richtige und vor allem eine gewartete Sicherheitsausrüstung mitzuführen und auch immer griffbereit zu haben.

Als wir im Naturpark angekommen sind, mussten wir leider zum ersten Mal unseren Motor für längere Zeit aktivieren, da wir den Wind genau auf die Nase bekamen. Wir angelten uns eine Boje und warteten, bis der Wind etwas nachgelassen hat. Wir gönnten uns beim Wirten etwas zu Essen und planten den nächsten Tag. Wir wollten entlang des nahe gelegenen Salzsees spazieren gehen und uns, die bei Seglern bekannten, Steinmännchen ansehen, die seit Jahren an den Steilklippen von zahlreichen Touristen gebaut werden.

Gesagt getan begannen wir den Tag ganz früh morgens mit einem ausgiebigen Frühstück und machten uns dann auf den Weg zum Salzsee. Da wir die ersten „Wanderer“ an diesem Tag waren, die den See umrundeten, begrüßten uns auf unserem Weg zahlreiche Spinnen mit ihren über Nacht gesponnenen Netzen. An den Steilklippen angelangt, hinterließen wir natürlich auch unsere Spuren, in dem wir ein Steinmännchen bauten. Etwas klebrig von den vielen Spinnweben kamen wir dann wieder an unserer Longimanus an und gönnten uns eine Runde im Meer, nachdem wir dann wieder weiter Richtung Kornaten segelten.

Wir segelten mit einem angenehmen Vorwindkurs mit 2 Beaufort durch die Kornaten. Wir fragten uns schon, wann wir die ersten Delfine zu Gesicht bekamen und prompt sahen wir sie auch schon von Weitem. Nachdem sie leider nicht unsere Richtung eingeschlagen hatten, legten wir anschließend unter Segel an einer Boje des Lokals Larusuns bei der kleinen Insel Ravni Zakan an. Wir gönnten uns einen Fisch und ließen unsere Gaumen bei einem wirklich sehr guten Essen verwöhnen.

Am nächsten Morgen genossen wir den atemberaubenden Sonnenaufgang in den Kornaten und verließen die Bucht unter Segeln bereits morgens. Ganz gemütlich gings dann weiter zur Insel Kakan. Wir hörten nur Gutes von der Grill-Bar namens Babalu und mussten diese natürlich ausprobieren. Wir wurden nicht enttäuscht: Das Essen war wirklich hervorragend, so ein gutes Beefsteak hatten wir schon lange nicht mehr und die Preise sind wirklich moderat. Mit einer leckeren Palacinka rundeten wir unser Menü ab und ließen den Abend satt und zufrieden ausklingen.

Am nächsten Morgen gings dann wieder Richtung Norden. Wir fuhren entlang von Pasman durch die Pasman Passage und machten Halt in Kuklica. In dem netten Dörfchen gönnten wir uns ein leckere Pizza und stockten unsere Bordvorräte wieder etwas auf.

Von Kuklica gings dann am nächsten Tag wieder weiter nördlich nach Molat. Morgens begrüsste uns ein Fischer, der seine Reuse vom Grund des Meeresbodens holte. Einige davon waren doch reichlich mit Fisch gefüllt. Als der Fischer uns ein paar Fische anbot, haben wir natürlich gleich zugeschlagen. Den Vormittag verbrachten wir somit mit dem Ausnehmen der 4 erworbenen Fische, wohlgemerkt machten wir dies zum ersten Mal 🙂 Wir genossen unser Mittagessen in vollen Zügen und machten uns dann anschließend wieder auf den Weg.

Unsere Reise bzw. der Wind führte uns auf die Insel Silba, wo wir an einer Boje festmachten und mit unserem Dinghi an den Steg ruderten. Das Örtchen scheint auf den ersten Blick etwas unscheinbar, aber nachdem wir einen Rundgang durch den Ort machten, gefiel es uns sehr gut.

Von Silba gings dann weiter Richtung Losinj. Am Nachmittag sahen wir von Italien eine Gewitterfront auf uns zukommen, sodass wir uns – so rasch es mit einer 10 PS Maschine ging – auf den Weg Richtung Mali Losinj machten. In der Bucht vor der langen Stadteinfahrt angekommen, kam auch schon das Gewitter und wir konnten rechtzeitig den Anker bei 10m werfen und das Gewitter abwettern. Es ist immer wieder beeindruckend, welche Kräfte hier wirken und so rasch es auch gekommen war, so rasch zog es auch wieder an uns vorbei. Als wir tropfnass aber unbeschadet unseren Anker wieder einholten, entschieden wir uns, eine Nacht in der Marina Mali Losinj zu bleiben. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, machten wir einen Spaziergang in die Stadt.

Von Mali Losinj gings dann wieder weiter. Da uns noch 5-6 Tage für unsere Reise noch blieben, beschlossen wir der Insel Susak einen Besuch abzustatten. Hier gönnten wir uns einen ganzen Nachmittag mit Faulenzen und Kartenspielen.

Weiter gings dann  von Susak nach Cres. Wir statteten der Marina einen Besuch ab, da der Wetterbericht für die Nacht und auch für die nächsten Tage einen Südost bzw. Südwest Wind vorhersagte, mit beachtlichen 25-45 Knoten Wind.

Als wir morgens erwachten, war noch nicht viel vom Jugo zu spüren und daher beschlossen wir, den etwas größeren Schlag von Cres über die Nordspitze Richtung Insel Krk zu wagen, da unser Windy App erst gegen Ende des nachmittags stärkeren Wind vorhersagte. Laut kroatischem Seewetterbericht war mit bis zu 45 Knoten Wind und Seegang 5 zu rechnen.

Bis zur Nordspitze von Cres waren die Wellen noch sehr angenehm leicht achterlich bei 1-2 und der Wind kam von hinten mit ca 10kn, eigentlich ein perfektes Segelwetter. Leider drehte der Wind nach der Nordspitze von Cres auf Südost und wir bekamen die ganze Ladung ab. Das Meer schäumte, überall weiße Schaumkronen und die Wellen wurden immer größer. Die Wellen hatten ja schließlich die ganze Adria lang Zeit, sich zu einer recht unangenehmen See aufzutürmen und wurden zusätzlich noch zwischen Krk und Cres kanalisiert. An Segeln auf einem Am Wind Kurs war nicht mehr zu denken, da wir den Wind voll auf die Nase bekamen.

Als unser Autopilot mit dem Wind und den doch bis 2m Wellen nicht mehr wirklich zurechtkam und der Wind schön langsam von 10 auf 15kn anstieg und dann bei 18kn war, hat sich unser 10 PS Motor leider etwas schwer getan. Nur sehr langsam kamen wir voran. Unser Motor hat uns Gott sei Dank nicht in Stich gelassen und so kamen wir erschöpft aber erleichtert in Porat an. Ganze 5 Seemeilen in 3 Stunden, neuer Rekord!

Das kleine Örtchen südlich von Malinska hatte für uns noch einen Platz für die Nacht und so konnten wir uns von der anstrengenden Überfahrt gut erholen. Bei einem kühlen Bier ließen wir die letzten Stunden Revue passieren. Es war schon etwas grenzwertig unsere Fahrt durch die Wellen, das mussten wir im Nachhinein schon zugeben. Für unser kleines 27 Fuß Boot und unserem 10 PS Motor war das schon eine ganz schöne Leistung.

Wir blieben noch eine zusätzliche Nacht in Porat um abzuwettern, verbrachten untertags die Zeit mit Baden am örtlichen Strand, Kaffee trinken (was Touristen halt so machen), und fuhren dann gemütlich anlang der Insel in unseren Heimathafen nach Punat zurück.

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